Wander-Falke Naturreisen
Wander-Falke Naturreisen

Reiseberichte

Höhlenklöster, Wehrtürme & Eisriesen

02.-17.7. 2016

 

 

Am 2. Juli war es soweit – eine kleine Gruppe wander- und entdeckungsfreudiger Personen traf sich im Flughafen Berlin – Tegel, um unter der Leitung von Matthias Kunz (Wanderfalke – Reisen) nach Georgien aufzubrechen. Nach einem Zwischenstopp in Istanbul ging es weiter nach Tbilisi, der Hauptstadt Georgiens. Auf dem dortigen Flughafen wurden wir bereits von den Mitarbeitern des georgischen Partner-Reiseunternehmens (Visit Georgia) erwartet.

Am kommenden Tag ging es in die sehenswerte Altstadt von Tbilisi. Wir besuchten mehrere alte bis uralte Kirchen mit wunderschöner Innenausstattung, waren in der alten Synagoge, besuchten das Nationalmuseum mit seinen faszinierenden Schätzen aus der Zeit der Antike. Am darauffolgenden Tag ging es nach Mzcheta, der alten Hauptstadt, die Teil des UNESCO-Welterbes ist. Nach ausgiebiger Besichtigung der Sehenswürdigkeiten fuhren wir weiter in den Kleinen Kaukasus mit Stopp in dem seit der Zarenzeit berühmten Kurort Borjimi, um schließlich das im Ferienort Bakuriani gelegene Hotel anzusteuern. Bakuriani war der Ausgangspunkt für eine ausgehente Wanderung zu einem Berg durch blühende Bergwiesen und schöne Wälder.

Weiter ging die Reise nach Süden über den Tskhratskaro-Pass nach Wardsia. Hier war das fahrerische Können unseres Fahrers besonders gefragt in Anbetracht des schlechten Zustandes der Straße. Jedoch entschädigten die herrliche Natur, blühende Wiesen, Gänsegeier, Steinadler und Karmingimpel mehr als reichlich die Strapazen. Schließlich erreichten wir das Tal der oberen Kura an der beeindruckenden Festungsruine von Khertvisi. Den Ornithologen erfreuten Blaumerle, Zippammer, Felsenschwalben und ein Bartgeier. Das Gästehaus zeichnet sich durch eine fantastische Lage abseits der Ortschaften in einer mediterranen Landschaft aus. Am kommenden Tag besuchten wir den riesigen Komplex mittelalterlicher Höhlenwohnungen und unternahmen eine Wanderung zur Festungsruine Tmogvi. Hier war gute bis sehr guter Kondition gefragt, wurde dann aber mit überwältigen Ausblicken belohnt.

Am nächsten Tag hieß es (leider) schon wieder Koffer packen und die Weiterfahrt über Achalziche durch den Kleinen Kaukasus nach Kutaissi anzutreten. Nach einem kurzen Stopp in Achalziche mit seiner liebevoll restaurierten Festungsanlage ging es in den Kleinen Kaukasus, wo ein kurzer Spaziergang in den Borjomi-Kharagauli-Nationalpark unternommen wurde. Leider nahm der einsetzende Regen an Stärke und Intensität zu, so dass wir bei strömenden Regen Kutaissi erreichen.

In Kutaissi standen das Gelati-Kloster mit seiner Kirche auf dem Besuchsprogramm. Anschließend ging es  weiter in den Großen Kaukasus nach Swanetien in den Urlauberort Mestia. Zuvor machten wir Station in Sugdidi, einer am Fuße des Großen Kaukasus gelegenen schönen Stadt mit dem sehenswerten Schloss der Fürsten Dadiani, einem berühmten Adelsgeschlecht.

Mestia war der Ausgangspunkt für eine 4 – tätige, perfekt organisierte, Trekkingtour nach Ushguli, dem nach Eigenwerbung höchst gelegenen dauerhaft bewohnten Ort Europas. Was die oft spartanisch eingerichteten Unterkünfte nicht bieten konnte, wurde durch Umsicht, allgemeine Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Herbergsmütter und –väter stets mehr als ausgeglichen. Reißende Flüsse wurden auf dem Pferderücken überquert, grandiose Landschaften genossen und herrliche Landschaften mit schönen Pflanzen durchquert.

Schließlich ging es wieder in Richtung Tbilisi, wo wir mit unserem Fahrer der Geburt seines zweiten Kindes entgegenfieberten. In Sugdidi kam dann die glückliche Nachricht von der Geburt des Kindes – wir freuten uns alle mit unserem Fahrer.

Nach einem schönen Abschiedsessen mit unseren georgischen Begleitern – neben dem bereits erwähnten Fahrer eine Reiseleiterin, die u. A. zuverlässig und unermüdlich dafür sorgte, dass wir auf unseren Fahrten in den vorbestellten Restaurants bereits erwartet und uns an gedeckte Tische setzen konnten.

Am nächsten Morgen um 5:00 Uhr – es war der 16. Juli – erwartete uns auf dem Flughafen Tbilisi eine böse Überraschung. Aufgrund der politischen Ereignisse in der Türkei waren sämtliche Flugverbindungen von und nach Istanbul bis auf weiteres gestrichen. In dieser Situation bestand Matthias Kunz die Reifeprüfung im Fach „Krisenmanagement“ mit Auszeichnung. Ungeachtet der hektischen Stimmung überzeugte er die Gruppe, zum Hotel zurück zu fahren, um noch ein wenig zu schlafen. Dankenswerter Weise wartete unser Fahrer die ganze ca. 1-stündige Zeit, so dass wir problemlos zurück in das Hotel gelangten, wo wir dann wieder in unseren Zimmern verschwanden. Für 10:00, nach dem Frühstück, hatte Matthias Kunz eine Krisensitzung anberaumt. Auf dieser machte er den Vorschlag, dass wir von der Reisegruppe noch einmal in Tbilisi ausschwärmen, um die Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, während er sich um einen Ersatzflug kümmern wollte. Er entlies uns nicht, ohne noch Tipps und praktische Hinweise gegeben zu haben, die sich in der Folge als sehr nützlich erwiesen. So kamen wir ungewollt noch zu einem sehr schönen Tag, zumal uns am Nachmittag schon die erlösende Mitteilung gemacht werden konnte, dass der Rückflug in die Heimat bereits in der folgenden Nacht stattfindet. Mit einem schönen gemeinsamen Abendessen in der herrlichen Altstadt von Tbilisi ging ein gelungener Urlaub

So ging unsere Reise mit einem trotz des unangenehmen Hintergrundes schönen zusätzlichen Urlaubstag zu Ende und wohlbehalten landeten wir am Sonntag um 9:30 Uhr in Berlin.

Zusammenfassend kann ich feststellen, dass es wieder eine schöne und vor allem perfekt organisierte Reise war und Matthias Kunz sich abermals als kompetenter Reiseleiter für Georgien bewährte. 

 

Uwe Kramer, Quedlinburg

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