Wander-Falke Naturreisen
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Ski- und IgluTour in der Wildschönau vom 08.-13.02.2014

Der Winter 2013/14 ist und war hierzulande wirklich zu vermissen. Nur wenige Tage Schnee, der aber für Ski fahren und weiße Action nicht ausreichte. Also ging es wieder einmal ins nächstgelegene schneesichere Hochgebirge, die Alpen. Die unteren Südhänge der Wildschönau, einem Seitental vom Inntal, waren frühlingshaft grün - auch hier ein sehr ungewöhnlicher Anblick für diese Jahreszeit. Doch hinauf in größere Höhen! Am Nordhang des Feldalphorns lag ausreichend Schnee, sodass der Aufstieg mit Touren-Ski kein Problem war. Einige Almen wurden passiert, wobei von Iglubauer Markus erst einmal ein kräftigendes Bad genommen wurde. Da fröstelt es manchem schon beim Hinschauen, doch echte Abhärtung verlangt entsprechende Maßnahmen! Die Dämmerung war bereits hereingebrochen, als wir nach einem letzten Steilaufschwung eine ideale Stelle zum Iglubau in einem Hochtal kurz unterhalb des Grates gefunden hatten. Nun wurden wie gehabt Blöcke ausgesägt und im Halbkreis an eine bestehende Wächtenwand übereinander geschichtet. Dabei wurde das Iglu sozusagen gleichermaßen in die Höhe und Tiefe gebaut - durch Aufschichten und Ausschachten. Wichtig ist die nach oben hin stetige Einwölbung des Iglus, sonst bekommt man es nicht geschlossen. Die Steine müssen auch immer kleiner gesetzt werden, sonst kann das Gewölbe die Last nicht mehr tragen. Dies musste das zweite Igl-Bau-Team schmerzlich erfahren, denn aufgrund der zu groß gewählten Blöcke im Kuppelbereich stürzte das Iglu kurz vor der Fertigstellung ein. Auch das gibts - aber kein Grund zum Verzagen oder gar Aufgeben - nach einer stärkenden Pause wurde mit vereinten Kräften auch das zweite Iglu neu errichtet und diesmal hielt es.

Die Nacht war klar und die Sicht gut, sodass von unten her eine Kette rasch aufsteigender Lichter zu sehen war. Wer das wohl um diese Zeit sein mochte? Bald erreichten die Stirnlampenträger unser Lager, und siehe da, es war die Bergwacht, die uns aus einer vermeintlichen Notlage retten wollte. Sie hatten den Tipp bekommen, das dort oben im Schnee jemand Lichtsignale sendet und waren sofort mit 8 Mann aufgebrochen, um nach dem Rechten zu sehen. Die "Lichtsignale" waren jedoch nur der Schein unserer Stirnlampen gewesen, die wir beim Iglubauen benutzten. Nun ja, mit einer Kräuterlikör-Runde konnten wir sie ob des "umsonst" gewesenen nächtlichen Einsatzes besänftigen. Sie inspizierten noch die Iglus und fuhren dann in weiten Schwüngen wieder zu Tal.

Die Nacht war relativ warm, ca. um die null Grad. Es hatte geschneit und alle Spuren waren fast verwischt. Am nächsten Tag wurde noch ein Kücheniglu dazugebaut, die Luxusvariante als Aufenthalts- und Kochraum. Da schmeckte das Frühstück gleich doppelt gut! Heute stand eine Tour auf dem Programm. Über den verwächteten Grat oberhalb des Lagers (nicht immer ganz ohne...) stiegen wir aufs 1923m hohe Feldalphorn, wo noch 3 Schneeschuh-Freunde zu uns stießen. Später im Lager wurde ein Feuer entfacht und darüber unser Abendbrot zubereitet. Am Montag hieß es für die Hälfte der Gruppe bereits wieder Abschied nehmen, sie fuhren zu Tal, wir jedoch blieben noch einige Tage in der wunderschönen Wildschönau, bestiegen auf Ski mehrere Gipfel, wie Breitegghorn, Lämpersberg (2202m) und Joelspitze und erbauten auf dem Gernsattel nahe des Schatzberg-Skigebietes ein weiteres Iglu. Unvergleichlich von dort das Alpen-Panorama in der Morgensonne, das für alle Strapazen reichlich entschädigte! 

 

Matthias Kunz, 20.02.2014

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